Montag, 27. August 2012

Montag 27. August Good bye Vietnam!

Nun war es wirklich so weit. Heute mussten wir aus unserem schönen Hotel, das uns jeden Tag mit neuem Deko-Obst ausgestattet hatte, auschecken. Wir sind um 7 aufgestanden, haben geduscht und waren ein letztes Mal so gut frühstücken. Dann haben wir den Rest  unserer Sachen eingepackt (übrigens, trotz all unserer Mitbringsel hat alles in unsere Rucksäcke und die extra gekaufte Reisetasche gepasst!), ausgecheckt, um 8:30 Uhr ein Taxi vor dem Hotel genommen und sind zum Flughafen gefahren. Good bye Saigon, es hat uns hier gut gefallen! Der Flughafen war nicht, wie die meisten anderen Flughäfen außer Gibraltar, weit außerhalb der Stadt sondern nur 20 min von unserem Hotel entfernt und von Stadt umbaut! :) kurz vor 9 waren wir da, dann hat es noch eine Weile gedauert, bis wir endlich einchecken konnten (zusammen mit vielen Franzosen, Holländern, Russen und Asiaten, alle voll bepackt mit Taschen, Kartons, Rucksäcken und Tüten; alle waren wohl hier einkaufen gewesen!). Alles ging gut, unsere Rucksäcke waren nicht zu schwer und wir konnten alle kleinen Taschen mit uns ins Flugzeug nehmen. Im duty free shop haben wir unsere letzten vietnamesischen Dong für Vietnam-Kaffee (für unsere neue Aufbrühtasse!) ausgegeben und dann auf das Flugzeug gewartet. 10:50 sollten wir herein gehen können, 11:30 Uhr starten. Als wir dann um 11:30 endlich ins Flugzeug gingen, machte ich mir ein bisschen Sorgen um unsere Umsteigezeit in Moskau. Ohne Verspätung hätten wir 50 Minuten haben sollen. Um 12 sind wir dann endlich gestartet. Wir flogen mit Russian Airlines, sie hatten ein Mittag- und ein Abendessen für uns, dazu Wein, auf einem großen Bildschirm einen Film (der aber leider mittendrin abbrach, und später dann nochmal gezeigt wurde) und sehr merkwürdige russische Filme, Dokus und Cartoons und wir hatten Beinplatz :) zwei reihen hinter und saß eine lustige Truppe junger Russen, die die ganze Zeit lachten und sangen, irgendwie russisch eben :D Direkt hinter uns saß ein französisches Paar mit dem wir einen erbitterten Rückenlehnenkrieg ausfochten: wir machten unsere Lehnen zurück, die traten dagegen. Es war ein Kampf um jeden Zentimeter! Und absolut nervig! Ansonsten war der Flug eigentlich ganz okay, nur der migräneartige Kopfschmerz, der sich ab der Hälfte der Zeit einstellte, tat weh.

Fazit Vietnam:
Hanoi war eine schöne alte Stadt, das Old Quartier sah hübsch aus mit seinen vielen alten französisch anmutenden Gebäuden und rund um den See war viel los, vor allem abends. Die Motorroller waren ein bisschen anstrengend, ebenso die Hitze und die Feuchtigkeit nach dem Regen. Das Essen war natürlich wieder hervorragend, nur die Leute waren eher reserviert und unfreundlich. Oder sie haben uns ignoriert. Oder angestarrt.
Die Zugfahrt war ein wenig anstrengend, aber nur, weil man sich so klebrig und ungeduscht fühlt. Ansonsten hat das eigentlich ziemlich viel Spaß gemacht, durch die kleinen Zimmerchen nebeneinander hatte man fast das Gefühl von Klassenfahrt ;) und die Landschaft draußen vor dem Zugfenster war malerisch! Reisfelder, Kraniche, schöne Kühe, Tempel, Berge und die Küste mit wunderschönen Stränden! Ein klein wenig befremdlich waren die Propaganda-Lieder über Ho Chi Minh, die jedes Mal kurz vor Ankunft bei einem großen Bahnhof im Zug angespielt wurden!
Da Nang war auch schön, fast wie ein noch unentdeckter Geheimtipp; der Strand war wirklich schön und die Innenstadt gut zu Fuß zu erkunden.
Saigon war unser Favorit! Die Menschen hier waren sehr nett zu uns, hilfsbereit und offen. Auf den Märkten wird man allerdings überall entweder misstrauisch beäugt oder festgehalten um etwas zu kaufen. Das war überall so. In Saigon beachteten die Motorroller wenigstens die Ampelzeichen, nur an den Kreuzungen, an denen es keine Ampel gab, musste man sich irgendwie durchschlängeln. Die Stadtteile sind voller Leben, es gibt sehr exquisite Hotels, Boutiquen und Restaurants, aber auch kleine hawkers und T-shirts für wenige Euro. Man kann quasi alles haben :) leider hatten wir nur zweieinhalb Tage in Saigon, sonst wären wir bestimmt auch in das große Kriegsmuseum gegangen und hätten einen Ausflug zum Mekong-Delta unternommen.
gesamt-Vietnam 8.5 von 10
(Wir wollen unbedingt nochmal hierher kommen!)

Nach ewig vielen langen 9,5 Stunden Flug landeten wir in Moskau. Dort hatten wir nur kurz Zeit zum Umsteigen (aber wir haben es geschafft). Nach vier weiteren letzten Flug-Stunden landeten wir halb zehn endlich in Berlin, wo uns der liebe Lukas abgeholt hat :) unsere Koffer sind alle da und wir sind wieder zuhause! Bis um 11 hat es gedauert. Aber nun ist die Rückreise geschafft und unser Urlaub leider offiziell beendet.
Ich werde in den nächsten Tagen noch ein paar mehr Fotos in den Blog hochladen, aber wer mehr (oder alle) Bilder sehen möchte, kommt am besten bei uns vorbei, wie kochen vietnamesischen Kaffee und hawker-Essen und gucken uns alle 10.000 Fotos an ;)

Sonntag, 26. August 2012

Sonntag 26. August, Good morning vietnam!

Und da war er: der letzte schöne lange Urlaubstag in Saigon. Hab ich eigentlich schon erzählt? Saigon heisst offiziell nicht mehr Saigon sondern Ho Chi Minh City, benannt nach Ho Chi Minh, dem in Hanoi das Mausoleum gebaut wurde. Aber alle Bewohner sagen immer noch Saigon :) und die Leute hier sind so viel netter als die Menschen in Hanoi! Sie sind hilfsbereit, freundlich und nicht so abweisend wie die Hanoier. Dazu kommt außerdem noch, dass die Leute aus Saigon die im Norden (Hanoi) nicht leiden können. Auch ein Relikt aus der Zeit der Trennung in Nord und Süd (denkt noch jemand an Ost und Westdeutschland?). Aber es gibt hier natürlich viel mehr Touristen als in Da Nang und Hanoi. Und auffällig ist, dass die meisten Touris aus Frankreich kommen. Vietnam war ja mal französische Kolonie. Deshalb fahren hier auch alle wieder auf der richtigen Seite der Straße ;) viele vietnamesische Worte klingen französisch und einige Straßen haben französische Namen, z.B. Pasteur. Bei all den positiven Dingen, die Saigon so in sich birgt, gibt es auch etwas, was ich wirklich eklig finde. Die Vietnamesen spucken. Überall hört man dieses sehr charakteristische hhhhrrrchroooaarchhh wenn sie aus den Tiefen ihres Halses Schleim hochziehen um ihn dann irgendwo hin zu spucken. Buäh!
nun ja. Wir sind jedenfalls um 8 Uhr aufgestanden, waren wieder bei diesem umwerfenden Frühstücksbuffet, haben dann noch schnell Postkarten geschrieben und uns kurz nach zehn auf den Weg gemacht (leider musste heute das Handy aufgeladen werden, deshalb gibt es heute keine Fotos). Als erstes wieder in Richtung Notre Dame, denn dort nebenan befand sich die Hauptpost von Saigon, die trotz des Sonntags geöffnet hatte. Dort haben wir viel zu große Briefmarken auf viel zu kleine Postkarten geklebt und abgeschickt :) von der post sind wir weiter gelaufen bis zum District 3 (district, also Stadtteil, heisst hier Quan). Dort sind wir erst am Kriegsmuseum vorbei gekommen. Es war aber schon 11:15 und um 12 Uhr hätte das wieder zur Mittagspause geschlossen, also haben wir es einfach sein lassen und sind in der Mittagshitze weiter marschiert. Als nächstes kamen wir an der Xa Loi Pagode vorbei, sind aber nicht herein gegangen, denn dort wurde gerade gebetet. Immer weiter kreuz und quer liefen wir durch Quan 3, aber da war wirklich nicht viel los! Eine Kirche haben wir noch gesucht, aber nicht gefunden. In einem Park, der auf unserer Stadtkarte seltsamerweise mit einer Satellitenschüssel markiert ist, haben wir etwas zu trinken gekauft und uns im Schatten ein bisschen abgekühlt. Unser nächstes Ziel war der Da Kao Markt. Da gabs allerdings auch nicht viel zu sehen, aber es war schon um 1, deshalb haben wir in einem kleinen Restaurant daneben gemittagt: Buffetessen und Spinatsuppe. Mmhh! Das letzte mal hawker-essen (hawkers heißen diese kleinen Essensstände). Vor dem essen haben wir auch noch versucht die Jade-Pagode zu finden, ist uns aber nicht geglückt. Nach dem Essen haben wir weiter gesucht, aber nur einen Buddha-Tempel gefunden, an dessen Eingang man klitzekleine Fische in Tüten und kleine Schildkröten kaufen und als Glücksbringer in den Teich neben dem Buddha schmeißen konnte :( die armen Viehcher!!! Ich hätte am liebsten alle gekauft und in den Fluss zurück geworfen! :( ob der Tempel nun die Jade-Pagode war, ist fraglich, aber egal. Wir haben es probiert. Wir kamen dann noch bis zur nächsten Straßenecke, bis es anfing zu regnen. Wir konnten uns aber unterstellen und liefen weiter, als es weniger Regen wurde. Wir kamen genau bis zu einem Café, als es wieder stärker zu regnen begann. Also haben wir uns in das Café gerettet, einen herrlichen Eis-Kaffee getrunken und uns die Kaffee-Aufbrühtasse gekauft, mit der sie hier diesen herrlichen Kaffee kochen. Nun brauchen wir nur noch eine Kaffeemühle und Kaffeebohnen :) gegen 14 Uhr wanderten wir weiter, aber immer noch gab das Quan 3 nicht viel her. Deshalb beschlossen wir, uns auch noch Quan 5 (Chinatown) anzusehen. Gerade, als wir überlegten, ob wir ein Taxi nehmen sollten, hielt ein Bus direkt vor uns, an dem Cholon dran stand. Zufällig wusste ich, dass das der Name für Chinatown war, also sprangen wir in den Bus, zahlten umgerechnet 30 cent für uns beide und stiegen 20 Minuten später mitten in Chinatown wieder aus. So einfach kann es auch gehen, liebe BVG. Wir sind dann noch ein bisschen durch Chinatown gelaufen, aber ehrlich gesagt, außer ein paar chinesischen Zeichen, hatte es nicht viel von einem Chinatown und unterschied sich nicht großartig vom Rest Saigons. Wir waren auch dort nochmal in so einem riesigen mehretagigen Kram-Markt (sah genauso aus wie der in Hanoi, Fotos siehe dort), haben ein bisschen herum geguckt und dann langsam den Heimweg angetreten. Unterwegs haben wir noch einen Stop in einem Café eingelegt und einen kalten Cocktail getrunken. Danach sind wir einfach nur noch gelaufen und gelaufen, bis wir wieder in unserer Gegend waren (unterwegs waren wir einmal kurz in einem Krankenhaus auf dem Klo, hihi). Wir hatten gestern ein Koreanisch-japanisches Restaurant gesehen und beschlossen, dort nochmal schön Abendbrot gegessen (korean barbecue!) :) nach dem Essen sind wir noch ein letztes Mal zu dem großen Markt in unserer Nähe gegangen und haben ein iPho T-shirt für mich gekauft. Pho ist das vietnamesische Wort für Noodle soup (Nudelsuppe). Pho Bo heisst beef noodle soup (Nudelsuppe mit Rindfleisch). Jedenfalls ist das shirt ziemlich cool, war nicht teuer und wir haben immer noch Geld übrig (für morgen am Flughafen). Dann sind wir einfach nur noch zum Hotel zurück gelaufen und erklärten den Tag so  für beendet. Wir haben in Rekordzeit unsere Taschen gepackt und sind quasi fast bereit zum Ausschecken. Morgen um 11:30 Uhr fliegen wir hier los, über Moskau nach Berlin und sollten Montagabend gegen 21:30 Uhr deutscher Zeit landen.
Das Loch im Flipflop ist noch ein bisschen größer geworden, und meine Füße waren dadurch immer relativ schnell nass, aber hey, sie haben durchgehalten :)


Samstag, 25. August 2012

Samstag 25.08.12 Good morning vietnam!

Vorletzter langer Tag in Saigon. Ich war schon um 6 wach, habe dann nochmal in unserem Reiseführer nachgelesen, was man hier so machen und angucken soll. Um 8 ist Chuck dann auch aufgestanden und halb neun waren wir beim Frühstück - oh je!! Schon wieder so ein gigantisches Buffet! Suppen, Ei, warme und kalte Speisen, Brotsorten, Obst, Gemüse, Sushi, dim sum, Kuchen und Desserts. Absolut alles, was man sich wünschen konnte und noch mehr. Während des Essens haben wir unseren Plan für heute durchgesprochen - District 1 wollten wir heute schaffen, District 3 morgen. Gegen um 10 Uhr sind wir losmarschiert. Ach was war das wieder schön warm und schwül! Als erstes sind wir wieder am dem Stadtpalais vorbeigekommen, das übrigens genau wie in Paris "Hotel de ville" heisst. Von dort weiter zum Opernhaus, in das wir aber leider nicht hinein gehen durften. Danach kamen wir zur Notre Dame Kathedrale, die sowohl innen als auch außen sehr hübsch aussieht (Foto). Von der Kathedrale liefen wir durch einen Park bis zum "Reunification Palace", ein Gebäude zu Ehren der vietnamesischen Wiedervereinigung von Norden und Süden. Allerdings war es gerade halb zwölf und das Haus über Mittag geschlossen - naja, dann eben nicht. Dann sind wir erstmal eine Weile durch kleine und große Straßen gelaufen, haben in ein paar Geschäfte reingeguckt, schön geschwitzt und viele Fotos gemacht. Die Motorrollerfahrer sind hier genauso verrückt wie überall sonst auch. Bei rot halten sie nicht an, im Gegenteil, sie hupen dich noch aus! Man kann nicht auf den Bürgersteig laufen, weil die mit Motorrollern zugeparkt sind! Also man MUSS auf der Straße gehen! Und die Autos bleiben gar nicht erstxstehen (vor allem die Taxis!), sondern hupen, geben Gas und erwarten, dass man zur Seite springt. Nach einer Weile Laufen, kamen wir zum Thai Binh Markt, der klein aber sehr niedlich war. Es war halb eins und heiß, also haben wir uns bei ein paar Frauen an den Tisch gesetzt und hervorragend eiskalten Jasmintee getrunken. Und weil es dort so gut gerochen hat, haben wir auch gleich etwas gegessen. :) so gestärkt gingen wir weiter und kamen in die Gegend von Saigon, wo die ganzen Hostels und Backpacker-Unterkünfte (und somit auch Bars und Restaurants) waren. Im "GO2" haben wir einen Cocktail getrunken und dann gleich noch einen im Crazy Bull. In letzterer Bar hat Chuck sich mit dem Briten Bill unterhalten, der jetzt in Thailand wohnt und der uns ein Brauerei-Haus gleich in der Nähe der Oper empfehlen konnte. Halb drei sind wir weiter gezogen; erst bis zu einem Seitenarm des Flusses (Saigon River); der war aber ziemlich mickrig und dreckig und wir sind bald wieder abgebogen und einen anderen Weg durch die Stadt gelaufen. Dabei fanden wir u.a. einen Buddha-Tempel mit einem kleinen vergitterten Teich davor, in dem Schildkröten lebten :) Irgendwann kamen wir wieder zu dem Markt in der Mitte der Stadt, bei dem wir gestern abend schon einmal waren, und haben uns ins Gewusel gestürzt. Es war zum Teil schon ganz schön heftig, wie die Verkäufer einem hinterher gebrüllt haben, wie sie einen festhalten, immer weiter runter gehen mit dem Preis und dich einfach nicht in Ruhe lassen, bis du etwas kaufst! Naja, aber wir sind cool geblieben, haben vier t-shirts für Chuck gekauft und noch ein paar kleine Mitbringsel und haben dann um 16:30 Uhr völlig k.o. von diesem Durcheinander erstmal alles ins Hotel gebracht, geduscht und eine ganz kurze Pause eingelegt. Um 5 sind wir aber schon wieder los gegangen (als wir raus kamen, merkten wir, dass draußen alles nass war. Es musste genau während unserer Pause geregnet haben! Perfektes timing!). Ein zweites Mal zu dem Markt, wir hatten noch ein paar mehr Mitbringsel-Ideen :) das hat dann aber nicht mehr so lange gedauert und als wir da raus waren, haben wir uns erstmal ein Erdbeer-Käsekuchen-Eis gegönnt. Danach sind wir der Empfehlung des Briten gefolgt und zu dem Brauhaus bei der Oper gegangen. Es war ein auf deutsch gemachtes Restaurant mit vielen Biersorten, aber nur einer selbst gebrauten Sorte. Die haben wir ausprobiert, sind dann aber auch gleich schon wieder weiter gegangen. Wir wollten wieder zum Fluss, dort zu einem runden Platz und eine andere Straße wieder hoch zu den kleinen Essständen, die wir gestern gefunden hatten. Unterwegs vom Fluss zum Essen kamen wir aber an einem coolen kleinen Restaurant vorbei und beschlossen, einfach dort zu essen; es war ja auch schon 19 Uhr. Das coole war, im Prinzip war es auch wieder so ein Essenswagen, aber der stand fest installiert in einem kleinen Laden; das war das Restaurant. Der Essenswagen war sicher schon sehr alt, denn er war aus Holz, sah aus wie ein alter Sekretär auf Rädern, und alle Zutaten für die Gerichte waren in dessen Schubladen! Absolut cool! Wir haben eine sehr gute Suppe mit zweierlei Nudeln gegessen, wieder für nur sehr wenig Geld. Danach wollten wir noch einen anderen Biergarten besuchen, aber dort gabs nur Flaschenbier und das völlig überteuert. Kurzentschlossen sind wir nochmal zurück zu der Brauerei gegangen und haben dort noch eine Runde selbst gebrautes Lion Bier getrunken. Dann wollten wir uns noch eine Bowling Bahn mit 32 Bahnen ansehen. Dazu sind wir wieder zur Notre Dame gelaufen, bzw. zur Diamond Plaza neben der Kirche, einer riesigen Mall mit der Bowlingbahn im 5. Stock. Allerdings nicht mit 32 bahnen :( schade!  Wir haben hin und her überlegt, ob wir bowlen sollen, aber wir brauchen noch Geld für morgen und haben das bowling-Projekt auf Berlin verschoben. Hat noch jemand Lust? Aber wir konnten ein paar gute Fotos machen, vom Dach der Diamond Plaza herunter, neben dem Bowling Center, vor allem auf die Kathedrale. Saigon sieht toll aus bei Nacht! Und von den Hotels und teuren Geschäften her, könnte es fast New York sein :) um 9 haben wir also beschlossen nach Hause zu laufen, halb zehn waren wir im Hotel. Das tollste heute: wir haben endlich Postkarten gefunden!! :)
Das lustigste: nach sieben Wochen habe ich nun mein schönes Paar Flipflops durchgelaufen! Erst war die Sohle nur sehr dünn, jetzt hat sie ein Loch ;) (Foto) naja, den einen letzten Tag halten sie nun auch noch durch.







Freitag, 24. August 2012

Freitag 24.08. Good morning Vietnam

Eigentlich haben wir diese Nacht echt ganz gut geschlafen. Die Betten waren bequemer und die Decken weicher. Wir sind aber trotzdem wieder halb sieben aufgewacht, denn unsere mitfahrenden Einheimischen sind nicht gerade leise. Halb acht kam ein Wagen mit Kaffee und Essen vorbei gefahren (Chuck sagt immer: wie im Zug bei Harry Potter) und wir haben Ananas, Tomaten, donuts, Kaffee und kratingdeng zum Frühstück verputzt. Die Zugfahrt ging weiter durch eine wunderschöne Landschaft mit Bergen, Reisfeldern, Kranichen, Weideland, Kühen, Meer, kleinen Orten und vielen Bauern und Menschen bei der Arbeit. Zum Mittag gabs Nudelterrinen (jeder Zug stellt heißes Wasser zur Verfügung) und belegte Baguettes (auch gestern mitgenommen). Kurz nach dem Essen waren endlich mein Handy und der Kamera-Akku wieder aufgeladen (dazu mussten Chuck und ich uns abwechselnd vor dem Klo positionieren, denn nur dort gab es eine einzige Steckdose). Wir mussten also nicht mehr Wache stehen und konnten wieder in unser klimatisiertes Zimmer umziehen :) dort sind wir dann erstmal eingeschlafen und haben für drei Stunden einen Mittagsschlaf gemacht. Halb vier sind wir wach geworden, haben unsere Sachen zusammengepackt und waren dann auch schon in Saigon. Und es regnete. Die Fahrt ging noch eine ganze Weile durch die Stadt, bis wir um 4 den Bahnhof erreichten. Dort haben wir uns ein Taxi genommen, es mit dem Halbfranzosen und Backpacker Yves, dem auf einem SwissAir-Flug mal seine Milz explodiert ist (!! lag vielleicht am Unterdruck) ;) geteilt und waren 20 min später schon in unserem Hotel. Hach, das Hotel. Es ist inmitten des sehr lebhaften Stadtzentrums, ein schönes großes schnörkeliges Gebäude mit Marmor und Protz in der Lobby :) unser Zimmer ist sehr schön und das Bad ein Traum (im Vergleich zum Zug-Klo!)! Wir haben dann erstmal geduscht, das (echte) Deko-Obst aufgegessen und ein bisschen entspannt. Um 6 sind wir wieder raus in die Stadt; an einem schönen riesigen französischen Stadtpalais (siehe Fotos) vorbei, bis zu einem Barbecue-Garten-Restaurant. Dort beschlossen wir zu essen und bestellten Gemüse und Rindfleisch für unseren Tischgrill. Es hat super gut geschmeckt!! dann liefen wir weiter Richtung Markt - ein riesiger Platz voll mit Kleinkram, T-shirts, Uhren, Obst und Gemüse, Kaffee und noch viel mehr. Vom Markt aus führte eine Straße direkt herunter zum Fluss und am Fluss entlang. Dort gab es viele Luxushotels, Luxusläden (Gucci, Louis Vuiton, usw.) und große Dinnerboote im Hafen. Wir haben uns alles staunend angesehen. Eine dieser Straßen haben wir dann für den Rückweg ausgewählt. Wir kamen an Bars und Restaurants vorbei, eines davon sogar ein deutsches Gasthaus!, an vielen schönen kleinen Geschenkeläden, die wir auf jeden Fall nochmal ansteuern müssen und an Boutiquen und Klamottenläden. Und in einem davon stand es - das Kleid, das mich haben wollte. Trotzdem ich so geklebt hab vor schwitz (es ist immer noch warm draußen), hab ich es anprobiert, in mehreren Größen, mit und ohne Gürtel. Naja und es wollte mich so sehr haben, dass ich nicht anders konnte, als es mitzunehmen :) danach liefen wir noch am Opernhaus vorbei und kamen an dem Stadtpalais wieder heraus. Die ganze Stadt, und vor allem die hübschen Gebäude, sind sehr schön erleuchtet und die Hauptstraßen strahlen von Lichtern. Diese Stadt ist definitiv eine der schöneren und westlicheren asiatischen Städte, selbst die Straßenessensstände sehen hier irgendwie besser aus :D wir fühlten uns hier jedenfalls auf Anhieb wohl! Gegen halb zehn waren wir zurück am Hotel. Ich bin dann nochmal eine halbe Stunde in das Business Center gegangen (das WiFi in unseren Zimmer funktioniert nämlich irgendwie nicht - auch nicht, wenn man rückwärts von der Tür weggeht) und hab mich endlich mal wieder um den Blog gekümmert :) um 11 sind wir dann sehr bequem gebettet eingeschlafen :)








23.08. Donnerstag, Good morning Vietnam!

Was für eine Nacht! Es hat gerumpelt und gewackelt. Jedesmal wenn der Zug anhielt, sind wir hochgeschreckt. Manchmal kam helles Licht zum Fenster herein, manchmal war es einfach nur dunkel. Ich bin um sechs aufgewacht, weil es wieder so warm war. Sie mussten die Klimaanlage über Nacht ausgestellt haben. Ich war so verdammt verschwitzt! Unsere Klamotten und das Bettzeug, alles war warm und nass vom Kondenswasser. Ich glaube, ich habe mich nie ekliger gefühlt! Oh, oder doch! Denn ich musste dann in meinen klammen Klamotten auf das Zug-Klo, das seine besten Jahre weit hinter sich hatte. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Als ich zurück kam, fühlte es sich wieder kühler an, die Klimaanlage war wieder an! Heureka! Und ich hab mittlerweile eine schöne Erkältung mit Husten und Schnupfen. Dieses ganze hin und her zwischen Klimaanlage und nicht-Klimaanlage ist wohl einfach zu viel. Kurz nach mir ist auch Chuck aufgestanden und wir haben unser Frühstückspicknick vorbereitet. Ich bin jetzt Meister im Käse-mit-einem-Löffel-Schneiden. Und auch sonst war das wieder ein sehr gelungenes Picknick :) danach wurde irgendwie alles besser. An sich war die Zugfahrt auch gar nicht so schlimm! Die Aussicht war fantastisch! Auf der einen Seite das Land, Berge, Felder, Kühe, Häuser und Motorroller. Auf der anderen Seite das Meer, wunderschöne weiße Strände und Felsen. Etwa anderthalb Stunden vor Ankunft fuhr der Zug dann stetig bergauf, direkt auf den Felsen über den langen Stränden entlang, immer mit der Küstenlinie mit. Später konnten wir dann auch schon die "skyline" von Da Nang  sehen. Kurz nach halb zehn waren wir am Bahnhof von Da Nang, unserem heutigen Etappenziel. Natürlich hatten wir unser ganzes Gepäck dabei und daran ziemlich schwer zu schleppen. Kurzentschlossen sind wir zu dem Hotel gleich neben dem Bahnhof gegangen, haben für heute ein kleines Zimmer gebucht, geduscht und unsere Sachen einfach dort verstaut. Gegen halb zwölf sind wir dann losgelaufen Da Nang zu erkunden. Erst kam mal eine Weile nicht viel, dann fanden wir wieder einen kleinen Markt, da mussten wir natürlich drüber gehen! Hinter dem Markt gab es ein paar solcher kleinen Esswagen und Restaurants. An einem stand "vegetarian" und das Essen sah sehr gut aus, kurzentschlossen haben wir dort gegessen. Der Laden war voller Frauen, die uns unverblümt die ganze Zeit anstarrten. Uns wurden Löffel gereicht, aber wir aßen alles mit Stäbchen. Das und unsere Schweißausbrüche sorgten für allgemeine Belustigung. (Insgesamt werden wir in Vietnam sowieso sehr viel angestarrt. In Hanoi war es extremer als hier: da habe ich mich zum Teil richtig unwohl gefühlt, weil wir so befremdlich angesehen wurden! Hier in Da Nang werden wir auch viel angeguckt, aber ich habe das Gefühl, hier ist es weniger feindlich, eher belustigt über die starkschwitzenden weißen Europäer. Die Kinder hier lachen und rufen immer "hallo", wenn wir vorbei laufen.). Das Essen hat nur 20000 dong für uns beide zusammen gekostet. Das ist weniger als 1 Euro! Und es war sooo lecker! Und es gab wieder Suppe (Spinat) dazu und Tee dazu!! Danach sind wir einfach immer dorthin gelaufen, wo es schön aussah. Unterwegs haben wir einen frischgepressten Zuckerrohrsaft getrunken - auch wirklich lecker! Dann haben wir beschlossen, zum Strand von Da Nang zu laufen. Dazu mussten wir erstmal wieder durch einen Markt, auf dem ich mich mit Tomaten (für morgen) eingedeckt hab. Dann ging es eine Strandpromenade entlang und über eine Brücke und danach noch lange, lange und ewig durch eine relativ langweilige Gegend mit ein paar wenigen Hotels - aber da war echt nichts los! Kurz vor zwei erreichten wir den Strand. Es war sooo heiß und das Wasser sooo warm, aber wird hatten keine Badesachen dabei :( naja, einmal kurz die Füße ins Wasser gehalten, dann wollten wir uns auf eine Strandliege legen; obwohl alles frei war und sonst fast niemand am Strand war, hätten wir das teuer bezahlen müssen. Nee, da haben wir uns lieber ein Taxi genommen und sind bis an den Anfang der Brücke zurück gefahren. Von dort aus sind wir weiter gelaufen und haben in einem starbucksähnlichen Café erstmal etwas Kaltes getrunken. Dann sind wir von dort aus wieder einfach immer da hin gelaufen, wo es uns gefiel, haben zwei sehr ungewöhnliche Säfte (Tomate-Joghurt und salziger-Pfirsich) in einem sehr hippen Café getrunken und dann in einem Weinladen einen Weißwein und in einem Supermarkt Essen für die morgige Zugfahrt eingekauft. Coolerweise konnten wir das alles dort im Supermarkt in ein Schließfach einschließen und mit weniger Ballast weiterlaufen. Da Nang wirkt wie eine sehr junge, hippe Stadt mit vielen Cafés und Restaurants; sehr viel westlicher als Hanoi und sehr viel frischer. Nur die Motorrollerinvasion ist die gleiche! Ab um 5 haben wir uns auf Abendessenssuche gemacht. Dabei kamen wir wieder über einen Markt, aber dort gab es so unidentifizierbare Essensdinge zu kaufen, dass wir es lieber gelassen haben. Überall wurden wir aber mit "hey yo!" an die Stände gelockt (amerikanisches Relikt?). Stattdessen fanden wir gegen 6 ein nettes kleines Restaurant in dem wir auch sehr günstig und gut gegessen haben. Halb sieben sind wir zurück gelaufen zu dem Supermarkt, haben noch Wasser gekauft, unsere eingeschlossenen Sachen abgeholt und sind anschließend zum Hotel zurück gelaufen. Was haben wir wieder geschwitzt! Wir haben dann schnellstens geduscht, unsere Sachen ausgewaschen und noch eine halbe Stunde Pause gemacht. Kurz vor neun haben wir ausgecheckt, waren um 9 am Bahnhof (man sollte eine Stunde vor Abfahrt dort sein) (der Bahnhof war nur 10 Schritte weiter) und mussten dann erst einmal warten; der Zug sollte 20 min Verspätung haben. Mit 10 min Verspätung kam er schließlich um 22:10 Uhr an und 10 min später fuhren wir auch schon weiter. Diesmal wohnten wir im Wagen 10, zimmer 4, und die Klimaanlage funktionierte!! :) Dafür hatten wir diesmal keine Steckdose für handy- und kamera-ladekabel. Wir haben dann noch unsere Flasche Weißwein geköpft (dieses Mal mit einem Korkenzieher, den wir in dem Weinladen gleich mit eingekauft hatten) und sind um 12 schlafen gegangen.

Insgesamt hat uns Da Nang ziemlich gut gefallen! Und wir haben nicht einen einzigen europäischen Touristen gesehen! Nur vier kamerabepackte Japaner :)





Dienstag, 21. August 2012

22.08. Mittwoch Good morning, vietnam!

Heute war aus-check-Tag aus unserem Hidden Charm Hotel in Hanoi. Wir hatten aber bis 12 Uhr dafür Zeit, also haben wir es ruhiger angehen lassen. Erst ausgeschlafen, dann gefrühstückt (Frühlingsrollen), Fotos umgespeichert, noch ein bisschen ausgeruht und halb 12 Sachen gepackt. Punkt 12 mussten wir auschecken, konnten aber unser gesamtes Gepäck, was reichlich viel ist, noch im Hotel lassen und so sehr leichtbepackt nochmal in die Stadt gehen. Als erstes waren wir wieder bei dem Schildkröten-Tempel. Auch dieser war wieder ein sehr schöner Konfuziustempel, aber bis auf die große Steinschildkröte haben wir keine weiteren (lebenden) Schildis im und am Tempel gesehen. Anschließend haben wir uns, etwa gegen 13 Uhr, auf den Weg gemacht einer Empfehlung des vietnamesisch-deutschen Barkeepers vom Montag zu folgen: zu einem Restaurant namens Quan Ngon Anh (oder sowas in der Art). Das war ein vietnamesisches Freiluftrestaurant, in dem die Tische und Stühle in der Mitte standen und eine Art Essensstandbuffet darum herum aufgebaut war. Man bestellte von der Karte aber die Kellner liefen zu den einzelnen Ständen und sammelten das Essen zusammen; ziemlich cool und ziemlich lecker! Dann, nach dem Essen, war es schon halb drei, es war total heiß und wir wollten uns einfach nur ein Plätzchen im Schatten zum Ausruhen suchen. Auf unserer Karte war in der Nähe ein See eingezeichnet, zu dem wollten wir gehen. Dazu sind wird dann nochmal eine halbe Stunde durch die Straßen gelaufen, haben viele Cafés und Marktstände gefunden aber keinen See. Dafür hat uns ein russischer Tourist gefunden, der allein und ohne Karte versuchte, das Ho Chi Minh Mausoleum zu finden. Dem haben wir dann erstmal den Weg erklärt und unsere Karte geschenkt. Den Weg zurück in unsere Richtung kannten wir mittlerweile gut genug selbst. Wir sind aber noch nicht wieder ins Hotel gegangen (es war erst halb vier), sondern erstmal noch etwas Kaltes trinken in einer Backpacker-Bar in der Nähe des Hotels und danach noch in einen kleinen Supermarkt, Lebensmittel für Abendbrots- und Frühstücks-Picknick im Zug (Brot, Käse, Obst, Joghurt, Kekse, Wein) einkaufen. Um 5 waren wir im Hotel, holten unser Gepäck und haben uns ein Taxi rufen lassen. Die Hotelleute haben uns zum Abschied noch zwei Flaschen Wasser und einen kitschig-hübschen Teller geschenkt; keine Ahnung, warum. Vielleicht sahen wir so bedürftig aus, oder vielleicht wollten sie auch nur ihren alten Kram loswerden, wer weiss. Schwerbepackt stiegen wir in das Taxi und waren eine viertel Stunde später am Bahnhof. Auf der Fahrt haben wir das Verkehrschaos endlich mal von der Seite eines motorisierten  Verkehrsteilnehmers betrachten können - und es war noch schlimmer als als Fußgänger! Die Motorroller schwirrten um das Taxi herum wie wütende Bienen, einer hat unser Taxi sogar angestoßen! Naja, der Taxifahrer blieb cool. Viertel nach fünf waren wir am Bahnhof, fanden unser Gleis und warteten dann zusammen mit unserem Gepäckhaufen bis zehn nach sechs. Dann wurde die Tür zum Gleis geöffnet und wir konnten schon in den Zug einsteigen; Wagen 9, Zimmer 1. Es war ziemlich warm in dem Wagen, aber wir dachten, die Klimaanlage geht bestimmt erst an, wenn der Zug losfährt. Beim Durchstreifen der anderen Wagons, merkten wir aber, dass die anderen Wagen echt kalt waren - eben nur unserer nicht! Oh nein! Nicht schon wieder! Die Klimaanlage war kaputt! Das gleiche Glück hatten wir schonmal auf der Zugheimfahrt von Prag nach Berlin! Es wurde immer heißer in dem Wagen! Sauna! Alle Versuche, den Schaffnern Bescheid zu sagen, wurden entweder nicht verstanden oder ignoriert. Endlich fiel einem der Bahnleute auf, wie heiss es in unserem Wagen war! Er kam zurück mit einer Zange, zangte irgendwas in einem Fach herum und dann gingen die Lüfter an! Heureka! So ganz wirklich richtig kühl wurde es nicht, aber immerhin deutlich besser als vorher! Punkt 19 Uhr fuhr der Zug dann endlich los. Chuck und ich haben unser Abendbrots-Picknick veranstaltet, was uns übrigens sehr gut gelungen ist! Dann haben wir - in Ermangelung eines Korkenziehers - mit Hilfe eines Schaffners und seinem großen Zug-Schlüssel noch den Korken in die Weinflasche gedrückt und auf unser Zugabenteuer angestoßen; vor allem Chuck kann sich gar nicht einkriegen vor Freude über die Zugfahrt :D halb zehn war ich dann so k.o. und warm, dass ich einfach eingeschlafen bin. Chuck hat noch länger durchgehalten.






Dienstag 21. August Good Morning Vietnam!

Heute morgen haben wir uns mal einen Wecker fuer um 7 gestellt, weil wir erstens das Fruehstueck im Hotel ausprobieren und zweitens nicht ganz so spaet losgehen wollten, denn vormittags ist die Lufttemperatur nur halb erdrueckend und nicht vollendstens niederschmetternd! Aber, wie das immer so ist, ich habe ploetzlich meine Lieben im Skype getroffen und so lange mit ihnen erzaehlt, bis deren Internet zusammengebroeckelt ist und Chuck ist nochmal eingeschlafen :) zweiter Anlauf dann halb acht. Beim Fruehstueck waren wir die einzigen Gaeste. Wir kamen zu einem sehr minimalistischen Buffet (Obst, Toastbrot und Marmelade), bekamen dann aber eine Karte unter die Nase gehalten, von der wir uns zusaetzlich bestellen konnten, was wir wollten. Das war ziemlich cool, aber der Kellner, der uns das servierte, wich nicht mehr von unserer Seite, wollte uns dauernd etwas bringen, fragte uns ob wir noch haben wollten und trippelte und wippte die ganze Zeit vor unserem Tisch hin und her. Es war einfach zu viel! Schnellstens haben wir das Fruehstueck herunter geschlungen! Und was waren wir froh, als noch andere Gaeste kamen! Aber da waren wir dann schon so gut wie fertig und haben die Flucht ergriffen. Bis um 10 habe ich dann noch die Fotos von gestern hochgeladen und dann haben wir uns auf den Weg gemacht; wir hatten eine Touri-Attraktionsroute fuer heute geplant.
Als erstes kamen wir zum Army Museum und dem Flag Tower. Das Museum war recht gross und eigentlich ganz gut. Natuerlich alles aus vietnamesischer Sicht. Und hier heisst der Krieg auch nicht Vietnam-Krieg sondern Amerika-Krieg. Also, aus vietnamesischer Sicht betrachtet, ein gutes Museum. Eben landeseigene Propaganda; wie in jedem Museum. Auf den Flaggenturm konnte man sehr hohe bis ganz nach oben steigen; mit dem Ergebnis, dass mir hinterher auch mein rechter Quadrizeps weh tat und mein Knie sich wie Pudding anfuehlte. Aber die Aussicht war fantaatisch: sowohl ueber das Museumsgelaende mit seinen vielen alten Flugzeugen, Panzern und Autos, als auch weit ueber die Stadt bis zu den Hochhaeusern der down town. Zum Glueck waren ein paar der Ausstellungsraeume klimatisiert. Nach der Turmbesteigung haben wir im wahrsten Sinne des Wortes getropft! Gerade als wir uns die wichtigste Ausstellung ansehen wollten (die Anti-Amerikanische Strategie im Krieg, oder so aehnlich), wurden wir herausgeschmissen. Licht aus, Tueren abgeschlossen. Es war halb zwoelf, Mittagspause. Okay. Dann eben nicht. Wir haben uns dann nur noch die alten Panzer, Flugzeuge und Autos angeguckt und sind gegangen.












Naechster Punkt auf unserer Tour war das Ho Chi Minh Mausoleum. Ho Chi Minh war ein Kommunist, Praesident der Demokratischen Republik von Vietnam und sehr verehrt. Nach seinem Tod wurde Saigon in Ho Chi Minh City umbenannt und hier in Hanoi, der Hauptstadt von Vietnam, steht sein Mausoleum. Es hatte schon geschlossen, als wir ankamen (nur vormittags sind dort Besuche moeglich), aber erstens wollten wir gar nicht da rein und zweitens haetten wir sowieso nicht gedurft, wir hatten naemlich keine langen Klamotten an. Jedenfalls von aussen haben wir es mal gesehen.





Direkt daneben lagen die Botanischen Gaerten, die wir uns heute mal geschenkt haben - es war so schon tropisch genug - und am Eingang der Gaerten die One Pillar Pagoda (die auf einer Saeule stehende Pagode). Auch ganz nett. Viel besser war aber das MelonenEis, das wir davor sitzend gegessen haben! :D




Was heute echt ueberhand nahm, waren die vielen Touristenfaenger, die uns irgendwas verkaufen wollten. Manche lassen einfach nicht locker und kommen immer wieder zurueck, andere versuchen es mit den wildesten Tricks (zum Glueck hatten wir diesmal VORHER unser Reisebuch gelesen und wussten davon!). Von der Pagode aus sind wir nach Sueden gewandert, haben dabei heute die Sport-Strasse und ein Ho Chi Minh-Stadion gefunden





und haben langsam etwas zum Mittagessen gesucht. Am Himmel tuermten sich schon wieder dunkle Wolken auf und da man dem Nachmittags-Monsun-Regen hier in Asien scheinbar mehr vertrauen kann als so manchem tuk-tuk-Fahrer, wussten wir, dass es bald wieder Regen geben wuerde - genau wie gestern Mittag. Wir haben daher unsere Suche nach einem geschlossenen, klimatisierten Essplatz intensiviert und in einer kleinen Strasse, recht unscheinbar, ein mongolisches Restaurant gefunden. Dort sind wir geblieben - eine unserer besseren Entscheidungen! ;) Das Prinzip des Bestellens dort war so: man musste eine von drei Sorten Suppe auswaehlen und bekam dann einen ganzen Topf Suppe auf eine Herdplatte, die in unserem Esstisch eingelassen war, gestellt. Dazu bestellte man sich Gemuese, Fleisch oder seafood nach Belieben und das konnte man dann in die Suppe schmeissen und kochen, wieder herausfischen, mit oder ohne Bruehe und aus einem kleinen Schaelchen geniessen. (Also quasi wie ein Bruehe-Fondue). Wir haben zwei verschiedene coole Sorten Pilze, Chinakohl, Nudeln und Krebsfleischbaellchen bestellt, dazu noch KimChi. Von halb zwei bis halb drei haben wir vor uns hingekoechelt - und es war SUPER gut! echt! und das hat satt gemacht! Wir haben die Haelfte der Suppe (und natuerlich alle Zutaten) geschafft, dann waren wir VOLL!

 "scharf!!"


Kurz nach halb drei war dann auch der Regen wieder vorueber :) Dann konnten wir unser drittes Ziel besuchen: den Tempel der Literatur. Das war ein wunderschoenes Gelaende, mit mehreren Toren und Gaerten, die ueber Haupt- und Seitenwege zu dem Haupttempel fuehrten. Der Tempel selbst war richtig schoen und das besondere: es war ein konfuzianischer Tempel. Der Hauptteil der Vietnamesen bezeichnet sich als Buddhisten, aber so einfach ist es nicht: viele der Vietnamesen glauben eigentlich an eine Mischung aus Buddhismus, Hinduismus und Konfuzianismus. Und es gibt sogar 7% Katholiken! Naja, deshalb sieht man jedenfalls auch hier so viele Buddhas und nun auch eben einen Konfuzius-Tempel.











Wir sind dort ziemlich lange herum gewandert. Leider waren die Ziegelsteine, mit denen der Boden gepflastert war, durch den Regen sehr nass und rutschig, so dass ich bei jedem zweiten Schritt mit meinen Flipflops nur so ueber den Boden gerutscht bin. Und nun wurde es nach dem Regen, der sowieso schon alles feucht und nass hinterlassen hatte, durch die Waerme auch noch extra warm-feucht. Naja, aber der Tempel war schoen. Es gab dort sogar Kratingdeng zu kaufen :) und ganz viele Froesche im Grass :D



Als naechstes haben wir uns den Weg zum Hauptbahnhof gebahnt. Wir wollten uns den mal angucken, denn morgen abend muessen wir wieder dort hin um in unseren Zug Richtung Saigon zu steigen. Er ist nicht so wahnsinnig gross, das heisst hoffentlich, dass wir es morgen nicht so schwer haben, das richtige Gleis zu finden.
Nach dem Bahnhof sind wir noch am Hoa Lo Gefaengnis (scherzhaft das Hanoi Hilton genannt) vorbei gelaufen (und wollten eigentlich auch rein, aber es war schon fast 17 Uhr und uns wurde mitgeteilt, dass sie bald schliessen und wir morgen wieder kommen sollen), in dem im Vietnam-Krieg amerikanische POWs (prisoner of war, Kriegsgefangene) festgehalten wurden.





Von dort aus sind wir einfach nur noch zurueck zum Hotel gestolpert. Ihr koennt euch nicht vorstellen, wie nassgeschwitzt wir waren. ALLE unsere Sachen klebten uns am Koerper, die Umhaengetasche klebt und stinkt und wie wir rochen, das moechte ich euch gerne ersparen. Nur so viel, nach Rosen haben wir nicht geduftet. Und immerzu dieses stanedige Angehuptwerden von den Motorrollerfahrern! Sie hupen einfach IMMER und UEBERALL! Und eine Strasse ohne Ampel zu kreuzen grenzt an Lebensgefahr!



Viertel nach 5 waren wir zurueck und haben erstmal einfach gar nichts getan, Pause. Klimaanlage!
Halb sieben sind wir nochmal losgezogen und waren direkt um die Ecke bei so einem kleinen Essstand Abendessen. Das war wirklich gut: Reis, Gemuese und Tofu und dazu eine Suppe, in der das gruene gurkenaehnliche Etwas schwamm, dass ich gestern gekauft hab und roh essen wollte. Gekocht schmeckte es verdammt gut! Von dort sind wir noch eine Runde gelaufen, haben in einer Weinbar ein gutes Glas chilenischen Weisswein getrunken und in einer Cocktailbar einen kleinen Cocktail und waren dann schon wieder auf dem Rueckweg. Dabei sind wir an einem Supermarkt in der Naehe unseres Hotels vorbei gekommen, bei dem wir morgen Verpflegung fuer die Zugfahrt einkaufen wollen (Picknickversuch Nummer 2). Viertel vor 9 waren wir zurueck und fuer heute reichts auch. Wir sind - fuer die Wetterverhaeltnisse hier - eine ziemlich grosse Runde gelaufen und haben innerhalb von gestern und heute die meisten wichtigen Dinge in Hanoi gesehen :)